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Aufnahmen im Homestudio mischen: Teil 2

Mixing & Mastering

Mixing & Mastering

Im ersten Teil unserer zweiteiligen Beitragsreihe zum Thema „Abmischen im Homestudio“ haben wir bereits erklärt, wie Stimmen von Männern und Frauen perfekt abgestimmt werden. Auch das Entfernen von Hintergrundrauschen wurde bereits thematisiert. Diese beiden Punkte können bei vielen Aufnahmeformen sehr gute Resultate zur Folge haben und die Tonqualität nachhaltig steigern.

Oft sind jedoch noch weitere Formen des Abmischens nötig, um die erwünschte Soundqualität zu erreichen. Zischende S-Laute müssen entfernt werden, seidige Höhen und klare Stimmen sollen auch oft entstehen. Zuletzt klären wir in diesem zweiten Teil unserer Beitragsreihe noch ein paar abschließende Tipps, wie das Abmischen noch einfacher und besser gelingt.

Auch hier nochmal der Hinweis: In unserem Mixing Tutorial arbeiten wir mit Audacity. Diese Freeware DAW wird von den meisten Einsteigern im Homerecording Bereich genutzt. Die Tipps lassen sich aber auf sämtliche anderen Sequencer Programme übertragen.

De-Esser: Zischlaute einfach entfernen

Zischende S-Laute sind störend bei Sprachaufnahmen und Gesang. Die sogenannten Sibilanten, also Zischlaute, sollen aus den Aufnahmen entfernt werden. Das beste ist es natürlich, wenn diese gar nicht erst aufgenommen werden. Die Wahl des passenden Mikrofons und des übrigen Equipments im Tonstudio spielen hierbei eine Rolle. Manchmal hat man jedoch keine andere Wahl und muss die S-Laute nachträglich entfernen.

Der Nutzer hat hier die Wahl zwischen vordefinierten De-Essern, die es sowohl hardwareseitig, als auch softwareseitig gibt. Diese Produkte haben jedoch immer einen großen Nachteil: Durch as automatische Bearbeiten der Aufnahmen verliert der Sound an Brillanz. Insbesondere bei Vocals kann dies zu einem „Verwässern“ der Aufnahmen führen. Das ist natürlich nicht erwünscht.

In der Praxis gibt es zwei gute Möglichkeiten, S-Laute ohne eigenen De-Esser zu entfernen: Entweder man schneidet die S-Laute aus und bearbeitet diese eigens, oder man nutzt den Equalizer.

Sibilanten ausschneiden und bearbeiten

Wenn nur wenige Zischlaute bearbeitet werden sollen, dann gibt es bei den meisten DAWs eine einfache Lösung: Die S-Laute werden einfach ausgeschnitten und in eine neue Spur gesetzt. Anschließend kann die Lautstärke und weitere Metriken der Spur mit den S-Lauten individuell bearbeitet werden. Das ist zwar mit einigem Aufwand verbunden, führt in der Praxis aber zu guten Ergebnissen.

Zischlaute per Equalizer (EQ) entfernen

Mit Hilfe eines Equalizers kann der Ton nachträglich allumfassend bearbeitet werden. Klassischerweise bewegen sich störende S-Laute in einem Frequenzbereich von rund 8 kHz. Bei männlichen Stimmen liegt die Frequenz oft etwas darunter, bei weiblichen Stimmen etwas darüber. Eine leichte Absenkung des Sounds in diesem Frequenzbereich kann das Auftreten von Zischlauten also relativ problemlos verhindern.

Die ideale Lösung hierfür ist jedoch ganz klar, beide Lösungen zu verbinden: Zunächst werden die S-Laute in eine eigene Spur gesetzt und dort dann per Equalizer abgesenkt. Die Lautstärke kann anschließend ebenfalls angepasst werden. Infolge dessen werden die Sibilanten auf ein angenehmes Maß reduziert, gleichzeitig bleibt der übrige Ton aber von der Absenkung durch den Equalizer unberührt.

Seidige Höhen und klare Stimmen

Großmembranmikrofone werden im Tonstudio gerne für Sprachaufnahmen und teilweise auch für Vocals genutzt, da hier besonders seidige Höhen zu erwarten sind. Der Grund dafür liegt in einer leichten Anhebung des Tons bei einer Frequenz von knapp über 10 kHz. Dies ist jedoch auch mit einem Equalizer im Zuge des Mixens möglich: Einfach den Sound bei knapp über 10 kHz minimal anheben – aber fließende Übergänge vor- und nachher nicht vergessen.

Gleichzeitig haben Sprach- und Gesangsaufnahmen oftmals ein Problem, insbesondere beim Abmischen zusammen mit Musik: Die Sprache geht unter. Wer hat nicht schon einmal einen Film gesehen, bei dem Effekte, Schüsse und Explosionen sehr laut waren, der gesprochene Ton aber nicht zu verstehen war? Der Grund ist einfach: Damit Spezialeffekte gut klingen, werden höhen und Tiefen enorm angehoben.

Wer hier klare Verständlichkeit von gesprochenen oder gesungenen Worten erreichen möchte, der muss sich auf die Mitten fokussieren: Das Abmischen von männlichen und weiblichen Stimmen haben wir im ersten Teil der Beitragsreihe bereits geklärt. Wenn die Sprache oder der Gesang dann immer noch untergehen, dann einfach den gesamten Mitten-Bereich zwischen ca. 2 kHz und 8 kHz etwas anheben.

Abschließende Tipps: Aufnahmen abmischen

Am wichtigsten ist natürlich: Je besser die Tonqualität beim Aufnehmen, desto geringer ist der Aufwand im Mixing und Mastering. Nicht zu vergessen: Bei der Nachbearbeitung am PC geht immer etwas an Tonqualität verloren – das richtige Equipment im Tonstudio ist also nach wie vor sehr wichtig. Insbesondere die Mikrofone und Vorverstärker sind essentiell für gute Aufnahmen.

Der beste Tipp für Nutzer im Homestudio ist aber zweifelsohne: Ausprobieren und üben. Je mehr Erfahrung man beim Abmischen von verschiedenen Aufnahmearten (Instrumente, Gesang, Sprache und Musik) sammelt, desto besser wird man auf lange Sicht. Hat man oft mit ähnlichen Aufnahmen zu tun, kann das Erstellen und Speichern von vordefinierten Filtern ebenfalls Sinn machen und Zeit, sowie Energie sparen.

Zum 1. Teil der Beitragsreihe


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