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Aufnahmen im Homestudio mischen: Teil 1

Aufnahmen abmischen

Aufnahmen abmischen

Das Abmischen der Aufnahmen im Homestudio ist für viele Nutzer der heilige Gral: Oftmals haben Neulinge gar keine Lust, sich mit dem Mixing zu beschäftigen. Das ist ein großer Fehler! Hier entscheidet sich, wie gut die Aufnahmen am Ende wirklich werden. Nicht nur die Klangfacetten, sondern die Qualität im Allgemeinen kann hier maßgeblich verändert werden. Grund genug, sich tiefergehend damit zu beschäftigen.

Dabei nutzen die meisten Einsteiger im Homestudio die Freeware DAW „Audacity“. Dieses kostenlose Tool ist für sämtliche Betriebssysteme kostenlos erhältlich und bietet alles, was man für die ersten Schritte im Homerecording Tonstudio benötigt. Wichtige Filter und Effekte – beispielsweise Rauschentfernung, Equalizer und Normalizer – sind natürlich an Bord.

Aber wie gelingen gute Aufnahmen durch das richtige Abmischen? Wir zeigen in diesem Beitrag die wichtigsten Tipps & Tricks für Nutzer im Homestudio. Die Tipps sind natürlich auch für andere DAWs und Sequencer anwendbar. Weitere Tipps zum Mixing im Homestudio zeigen wir im zweiten Teil unserer Artikelreihe.

Rauschen entfernen: So geht’s

Rauschen entfernen mit Audacity ist einfacher, als viele denken. Insbesondere bei einer unruhigen Aufnahmeumgebung oder mit dem falschen Equipment tritt Rauschen in den Aufnahmen auf. Die Schwierigkeit besteht darin, das Rauschen zu erkennen und bei der Rauschentfernung keine wichtigen Klangfacetten mit zu entfernen.

In Audacity gelingt das Rauschen entfernen über den Effekt „Rauschentfernung…“. Zunächst muss jedoch das Rauschen isoliert werden. Dafür einfach einen kurzen Zeitausschnitt der Spur markieren, die ausschließlich Rauschen enthält. Je länger der Zeitabschnitt (1 – 3 Sekunden idealerweise), desto zuverlässiger und besser funktioniert die automatische Rauschentfernung.

Ruft man nun den Effekt „Rauschentfernung…“ auf, klickt man einfach auf „Rauschprofil ermitteln“. Das Rauschprofil wird nun automatisch anhand der getroffenen Vorauswahl analysiert. Anschließend einfach alle Aufnahmen in Gänze auswählen, bei denen Rauschen entfernt werden soll, den Effekt „Rauschentfernung…“ erneut aufrufen und den Button „OK“ auswählen.

Mit den Metriken „Noise reduction“, „Sensitivity“ und „Frequency Smoothing“ kann die automatische Rauschentfernung feinjustiert werden. Hier lohnt sich das herum probieren: Je nachdem, wie das Rauschprofil und die Aufnahmen gestaltet sind, können unterschiedliche Feineinstellungen zu besseren oder schlechteren Ergebnissen beim Rauschen entfernen führen.

Weitere Methoden und detaillierte Anleitungen zum Rauschen entfernen unter Audacity bietet dieses Video-Tutorial:

Stimmen abmischen – Männer und Frauen

Das Abmischen von Stimmen gestaltet sich für unerfahrene Nutzer im Homestudio ebenfalls oft schwierig. Der Grund ist einfach: Viele Einsteiger drehen die Bässe hoch, um ein möglichst voluminöses Klangbild zu erzeugen. Dabei sind die Tiefen überhaupt nicht ausschlaggebend dafür. Wenn man sich an ein paar einfache Regeln hält, gelingt das Abmischen von Stimmen im Homestudio ohne Probleme.

Hierfür öffnet man in Audacity einfach den Equalizer, der sich ebenfalls im Reiter „Effekte“ verbirgt. Der grafische EQ erlaubt das individuelle Regeln der einzelnen Frequenzbereiche von 20 Hz bis 20 kHz. Der für den Menschen hörbare Bereich ist daher ideal abgedeckt. Wichtig ist, dass es einen Unterschied zwischen männlichen und weiblichen Stimmen gibt.

Frauenstimmen abmischen

Weibliche Stimmen sind traditionell höher als männliche, weshalb diesem Umstand beim Abmischen von Aufnahmen Rechnung getragen werden muss. Bei rund 400 Hz sollten die Aufnahmen um etwa 4 dB, bei 4 kHz um 5 dB erhöht werden. Wichtig ist, vor und nach den Erhöhungen entsprechende Übergänge einzubauen. Die Erhöhung kann natürlich von Aufnahme zu Aufnahme variieren.

Männerstimmen abmischen

Die Stimme von Männern ist niedriger als die Stimme von Frauen, weshalb die Frequenz der Anpassungen entsprechend nach unten korrigiert werden muss. Tiefe Töne bei männlichen Stimmen liegen bei rund 190 – 200 Hz. In diesem Bereich sollten die Aufnahmen um ca. 4 dB angehoben werden. Bei 3 kHz sollte dann nochmals eine Anhebung um 5 dB stattfinden. Auch hier kann es durchaus Abweichungen von den Standardwerten geben.

Sowohl bei männlichen, als auch bei weiblichen Stimmen kann es zu Poplauten oder unangenehmem „Rumpeln“ kommen. Diese Störungen haben ihre Frequenz bei knapp unter 100 Hz. Eine leichte Absenkung des Sounds kann diese Effekte abmildern, sodass sie nicht mehr so deutlich hervorstechen.

Zum 2. Teil der Beitragsreihe


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